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Der Magdeburger Dom
Mitte des 10. Jahrhunderts baute Kaiser Otto I. Magdeburg zu seinem Dritten Rom aus. An der Westseite des heutigen Domplatzes stand der Kaiserpalast. Links und rechts der Straße, die auf das Bauwerk zuführte, baute man die beiden wahrscheinlich größten Kirchen nördlich der Alpen - rechts (südlich) den Dom St. Mauritius - und links (nördlich) die nur noch in Fundamenten erhaltene Nordkirche. Auch die Stadt erfuhr in dieser Zeit eine Erweiterung und blieb durch das Mittelalter hindurch nach Köln die zweitgrößte Stadt in Deutschland.
Am Karfreitag des Jahres 1207 brannten Kaiser-Pflaz und die zwei Kirchen ab - die hölzernen Dächer stürzten ein, rissen Teile der Mauern mit sich. Erzbischof Albrecht von Kefernburg hatte in Paris studiert und dort eine neue Art des Bauens kennen gelernt - schlanke Wände, spitze Bögen, filigrane Ornamente - das also, was wir heute als Gotik bezeichnen. Und einen solchen französischen Dom wollte Albrecht auch für Magdeburg haben - er ließ die Reste der alten Bauten abreißen und auf den Fundamenten des alten Doms 1209 das neue Dom-Bauwerk beginnen. Der neue Dom steht leicht in der Achse versetzt, da er wahrscheinlich auf das Grab Kaiser Otto I. ausgerichtet wurde - hier als historische Aufnahme zu sehen.
Auch die erste Frau von Kaiser Otto I., die englische Prinzessin Editha, liegt im Dom begraben. Ursprünglich war die eigentliche Grabstelle unbekannt, nur ein Kenotaph (Scheingrab) aus dem frühen 16. Jahrhundert erinnerte an die Königin. Bei Ausgrabungen 2009 fand man nun im Kenotaph einen Blei-Sarg, der wahrscheinlich die sterblichen Überreste von Editha enthält.
Der "neue" Magdeburger Dom St. Mauritius und St. Katharina ist mit seinem Baubeginn 1209 das älteste gotische Sakralbauwerk in Deutschland (aus diesem Anlass zeigt das Kulturhistorische Museum 2009 die Ausstellung "Aufbruch in die Gotik"). Gleichwohl finden sich im heutigen Magdeburger Dom zahlreiche Relikte aus seinem Vorgängerbauwerk, etwa die Säulen über dem Altar, die aus der römischen Antike stammen und im 10. Jahrhundert nach Magdeburg gebracht wurden. Gleiches trifft etwa auf den Taufstein zu, der ursprünglich in der ägyptischen Antike in Assuan hergestellt worden war.
In seinen Dimensionen überragte der Dom alles vorher da gewesene. Das Kirchenschiff ist 127m lang und 32m hoch. Der Nordturm ist 104m hoch. Das Volumen des umbauten Raumes wird mit 325 000m² angegeben. Mit alledem war der Dom nach seiner Fertigstellung das größte Kirchenbauwerk in Deutschland, was auch durch die frühe Neuzeit hindurch so blieb. Erst 1880 wurde mit dem Kölner Dom ein noch größeres Kirchenbauwerk eingeweiht.
Für Besucher der Stadt gibt es mehrere Möglichkeiten, mehr über den Magdeburger Dom zu erfahren:
- auf einer öffentlichen Domführungen, täglich 14.00Uhr
- auf Domführungen für Gruppen, Termin nach Vereinbarung
- auf einer Stadtführung mit Schwerpunkt Magdeburger Dom
Stadtführungen gibt es auch in Kombination mit Stadtrundfahrten und Führungen am Wasserstraßenkreuz!